Archiv 2008
Kurze Beschreibung aller Projekte:
Bei allen Projekten des Vereins ist die ehrenamtliche Mitarbeit ein wesentlicher Bestandteil, ohne die die Projekte nicht durchgeführt werden könnten. Im Überschlag sind es gegenwärtig ca. 20 ehrenamtliche Frauen und Männer, die in den Projekten mitwirken. Sie gliedern sich drei Gruppen:
- Ältere Frauen und Männer, vorwiegend aus Deutschland und Österreich, die nach Anschluss ihrer Berufslaufbahn ehrenamtlich in der Betreuung der jungen Menschen mitarbeiten und darin eine neue Aufgabe gefunden haben (ca.6 Personen).
- Junge Frauen und Männer zwischen 20 und 30 Jahren, die entweder im Studium oder in der Berufsausbildung stehen und durch ihren Einsatz in unseren Projekten Erfahrungen sammeln. Sie kommen aus Deutschland, aber auch aus verschiedenen Ländern wie Serbien, Moldawien, Polen, Ungarn und Bosnien-Herzegowina (ca. 8 Personen)
- Männer und Frauen, die entweder gerade ohne Arbeit sind, als nicht berufstätige Ehefrauen oder neben ihrer anstrengenden Berufstätigkeit in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einen Ausgleich finden. Sie kommen aus dem Irak, aus den Niederlanden und Kanada, aber auch aus Deutschland (ca. 6 Personen)
Einbeziehung der Bürgerschaft
Alle Projekte und Aktivitäten des Vereins sind öffentlich und finden entweder in sozialen Brennpunkten oder in Zusammenarbeit mit Bezirksausschüssen, Schulleitungen und den jeweiligen Regsam-Arbeitskreisen statt, in denen die Projekte vorgestellt werden. Dadurch wird die Nachhaltigkeit und Effektivität der Aktivitäten sichergestellt.
Der Verein ist immer offen für die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und vermittelt die Betroffenen sofort weiter, wenn er selbst keine Möglichkeiten der Förderung sieht.
Der Verein ist Mitglied im DPWV und arbeitet aktiv in den entsprechenden Gremien mit, die mit den Themen Migration, Integration, Asyl und Flüchtlinge befasst sind.
Der Verein beteiligt sich aktiv an den verschiedensten Veranstaltungen wie z. B. den Veranstaltungen des Ausländerbeirats im Westpark, den Aktivitäten zum Stadtgründungsfest,
Sommerfest in der Hochäcker/Balanstraße, Maßnahmen der Bezirksausschüsse z. B. Au-Giesing, Neuperlach-Ramersdorf, Neuhausen, usw.
Durch die aktive, eigenverantwortliche und ehrenamtliche Mitarbeit bei Radio Lora (Sendungen: wöchentlich „Blickpunkt Balkan“ (seit 2002) , monatlich „Portal Migration“ (seit 2008) und Musiksendung „Klänge des Balkans“ (vierzehntägig seit 2004), erreicht der Verein ein größeres Publikum in München und informiert laufend über aktuelle Geschehnisse und Projekte.
Erfahrungen, Perspektiven, Schlussfolgerungen
Hilfe von Mensch zu Mensch verfügt über 16 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten/innen. Er hat seit 2000 seinen Vereinssitz in München und erfuhr eine ständige Ausweitung seines Wirkungsbereiches und seiner Aktivitäten, auch wenn die Förderung zurückgefahren wurde oder ausblieb. Er ist heute die Anlaufstelle für Migranten und Migrantinnen, aber auch für Menschen in Not, gleich welcher Herkunft und sozialen Zugehörigkeit. Seit 2008 führt der Verein ein aus dem Europäischen Flüchtlingsfond gefördertes Projekt „Hier seid ihr willkommen“ für die soziale und sprachliche Orientierung junger unbegleiteter Flüchtlinge, vor allem aus dem Irak, aber auch aus anderen Krisenregionen Asiens und Afrikas, durch.
Der Verein findet immer neue Mitarbeiter/innen, die aus den verschiedensten Berufen und aus den verschiedensten Ländern kommen. Er ist offen für alle Probleme, seine Mitarbeiter/innen informieren sich über die aktuelle Situation in den Herkunftsländern (z.B. Reise in den Nordirak, Inforeise durch Albanien, Mazedonien, Kosovo im Jahre 2008) und informieren auch die deutschen Stellen über die Situation und die Möglichkeiten der Hilfe und Intervention (z.B. durch Entwicklung eines Rückkehrprojekts, das ab 2008 für drei Jahre für eine Förderung aus dem EU – Rückkehrfond genehmigt wurde).
Bereits 1998 war Hilfe von Mensch zu Mensch der Träger eines großen Projekts zur Rückführung von Flüchtlingen nach Bosnien-Herzegowina. 2000 bis 2001 führte HvMzM ein von der EU gefördertes Projekt zur Rückkehr von Flüchtlingen in den Kosovo durch. Ein Höhepunkt der Vereinsarbeit war das 2001 bis 2002 durchgeführte Projekt zur Integration von Flüchtlingen aus dem Balkanraum, das durch den Europäischen Flüchtlingsfond gefördert wurde und durch das in München grundlegende Strukturen der Zusammenarbeit der ehemals verfeindeten ethnischen Gruppen des ehemaligen Jugoslawien geschaffen wurden. Höhepunkt dieses Projektes war das zehnjährige Vereinsjubiläum im Jahre 2002.
Durch all diese Arbeit bietet sich Hilfe von Mensch zu Mensch als kompetenter Partner für die mit Migration und Integration befassten Behörden und Einrichtungen in München und Bayern an.
