Erfahrungsbericht aus der Praxis der frühkindlichen Sprachförderung im Rahmen von Integrationskursen
Seit ein paar Tagen sprechen wir mit den Kindern über Nahrung. Wir zeigen ihnen Kärtchen auf denen einzelne Nahrungsmittel abgebildet sind und lassen die Dinge benennen. Bei der gemeinsamen Brotzeit sprechen wir mit den Kindern über ihr mitgebrachtes Essen und Trinken. Aus Supermarktprospekten schneiden wir mit den Kindern Nahrungsmittel aus und kleben diese auf Papier zu einer Collage. Gerne schneiden die Kinder Süßwaren aus, aber auch viel Obst ist dabei.
Also beschlossen wir mit den Kindern am nächsten Tag einen Obstsalat zu machen.
Wir hatten Erdbeeren, Banane, Birne und Äpfel zur Verfügung. Gemeinsam mit den Kindern betrachteten wir das Obst, benannten es, achteten auf die Farbe des Obstes. Dann wurde das Obst gewaschen und die Kinder durften mit unserer Hilfe das Obst klein schneiden (Es durfte natürlich auch genascht werden). Alles kam in eine große Schale und wurde noch von den Kindern etwas gezuckert. Dann durfte jeder vom Obstsalat kosten. Hm lecker!
So eine praktische Übung hat viele Vorteile:
1. Alle Sinne der Kinder werden angesprochen. Das Obst kann gesehen, gefühlt, gerochen und natürlich auch geschmeckt werden, Jedes Obst klingt anders beim schneiden. Der Apfel knackt, während die Banane „knatscht“
2. Durch die feinmotorische Übung des Schneidens wird auch die Mundmotorik geschult, da diese in einem Zusammenhang stehen.
3. Das Sprachverständnis wird trainiert durch komplexe Arbeitsabläufe wie „Das Obst waschen.“,
„Das klein geschnittene Obst in die große Schüssel geben“...
4. Das Gemeinschaftsgefühl der Kinder wird gestärkt, durch das gemeinsame Ziel einen Obstsalat zu machen und dann gemeinsam zu essen.
5. Bei dieser praktischen Übung haben auch Kinder gerne mitgemacht, die sonst bei der Sprachförderung nicht so gerne mitmachen. Sie blieben erstaunlich lange und konzentriert bei der Sache, wie z.B. beim Obst schneiden.
