Unser Konzept der frühkindlichen Sprachförderung im Rahmen von Deutsch- und Integrationskursen

Kinder aus Migrationsfamilien, die die deutsche Sprache aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht beherrschen, brauchen ein Sprachförderprogramm, das ihnen systematisch hilft, die deutsche Sprache zu erlernen. 
In unseren Einrichtungen, werden Kinder verschiedener Nationalitäten betreut, die unterschiedlich lange in Deutschland sind und unterschiedlich gut Deutsch verstehen und sprechen. Für alle diese Kinder ist die deutsche Sprache eine Zweitsprache, sie ist allen am Anfang fremd.
Die Einrichtungen sind mit Materialien und Spielen, sowie kindgerechte Medien die die Sprachförderung unterstützen ausgerüstet und werden rege benutzt.
Zum Teil unter Anleitung der Fachkraft, die dies bewusst wieder aufgreift, oder aber aus eigener Motivation der Kinder, die die ihnen bekannten Materialien bei der Auswahl bevorzugen und sie stolz den anderen Kindern zeigen und versuchen zu erklären.
 
Ziele:
  1. Verbesserung der Deutschkenntnisse von Migrantenkindern – Aufbau eines Grundwortschatze , spielerische Übung der deutschen Grammatik
  2. Vorbereitung und Erleichterung des Kindergarten- bzw. Schuleintrittes – und somit Erhöhung der Chancengleichheit von Migrantenkindern.
  3. Förderung der Muttersprache als unmittelbarer kommunikativen Bezugsrahmen
  4. Vermittlung von sozialen Kompetenzen
  5. Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen
  6. Schrittweise Einbeziehung der Eltern , mit dem Ziel sie über kindliche Spracherwerbsprozesse zu informieren und durch Vermittlung von Kenntnissen anzuleiten, damit sie ihre Kinder begleiten und unterstützen können
  7. Promotion der frühkindlichen Sprachförderung durch die Erstellung einer Broschüre
Methoden und Maßnahmen:
  1. Spiele (Memory, Puzzle etc) regen die Kinder zum Sprechen an – Deutsch ist die gemeinsame Sprache- und erweitert somit den Wortschatz der Kinder. Bilderbücher regen zum Erzählen an und mit Handpuppen werden auf spielerische Art und Weise die Hemmungen vor der neuen Sprache genommen und der aktive Wortschatz trainiert.
  2. Durch das regelmäßige Lernen und Üben der deutschen Sprache lernen die Kinder einen soliden Grundwortschatz aktiv einzusetzen.
  3. Der Erwerb der „neuen“ Sprache erleichtert die Kontaktaufnahme im Kindergarten – in der Schule können die Kinder verstehen, was der Lehrer sagt. Die Kinder entwickeln mehr Selbstbewusstsein und können ohne Probleme mit anderen Kindern kommunizieren.
  4. Muttersprachliche Betreuerinnen, erleichtern den „Übergang“ vom Elternhaus in die Einrichtung, indem sie den Kindern in der jeweiligen Muttersprache erklären, was geschehen wird. Das wiederum gibt den Kindern Sicherheit.
  5. Durch die regelmäßigen Gruppentreffen verlieren die Kinder die Angst vor anderen Kindern. Gruppenspiele, gemeinsame Unternehmungen gemeinsames Singen und Sprechen lässt die Kinder lernen, miteinander umzugehen.
  6. Die eigene und die Aufnahmekultur werden spielerisch erfahren.
  7. Ergänzende Elterngespräche informieren die Eltern über den jeweiligen Fortschritt ihres Kindes. Regelmäßige Elternbriefe informieren die Eltern über die Grundlagen der frühkindlichen Sprachförderung . Zweisprachige Literaturangebote und der Verleih von zweisprachigen Kinderbüchern unterstützen die Eltern dabei, die Sprache zuhause zusammen mit den Kindern zu üben.
Eine wesentliche Voraussetzung für den Erwerb der deutschen Sprache ist auch die Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrung, die Kinder machen.
In Bewegungsspielen wird eine Verbindung zwischen sinnlicher Erfahrung von Körperteilen, Adjektiven und Tätigkeiten mit sprachlichem Ausdruck hergestellt. Das regelmäßige Singen oder das Nutzen kleiner Instrumente in Kombination mit Bewegung fördert die Sprachentwicklung (Wörter in Silben klatschen).
 
Kompetenzen
 
Wie bereits dargestellt ist es das Ziel des Projekts, Migrantenkinder bis 4 Jahren durch geeignete Maßnahmen beim Erwerb der deutschen Sprache zu fördern, so dass sie ohne Probleme in deutsche Kindergärten, Vorschulmaßnahmen, bzw. die Grundschule aufgenommen werden können. Diese Maßnahmen sind dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst und sind spielerische, motorische, musische u. ä. Übungen, die einerseits das Kind in seiner frühkindlichen Entwicklung stärken, andererseits dem Kind die grundlegenden sprachlichen Muster und Strukturen der deutschen Sprache näher bringen.
 
Qualifizierung der Kinderbetreuerinnen und Sprachförderinnen
 
Unsere Mirabeiterinnen sind ausgebildete und anerkannte pädagogische Fachkräfte, die
Mittels diverser Seminarveranstaltungen und regelmäßiger Schulungen werden über die Entwicklung und Veränderungen in der Kinderbetreuung informiert und für die Arbeit mit den kleinen Kindern qualifiziert werden.
 
Vernetzung - Kooperation mit externen Experten
 
Unsere Projektarbeit beruht auf einer engen Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Schulreferat, dem Sozialreferat – Jugendamt der Stadt München, mit dem wir im Rahmen des Projektes "Frühe Förderung für Chancengleichheit" in Kooperation stehen, und dem Paritätischem Wohlfahrtsverband.
 
Elternarbeit
 
Neben der Förderung der Kinder ist es uns ein großes Anliegen die Eltern in unsere Arbeit, bzw. in die Förderung der Kinder, verstärkt einzubeziehen und sie über kindliche Spracherwerbsprozesse und Möglichkeiten ihrer Unterstützung zu informieren.
Mit den Elternbriefen in unterschiedlichen Sprachen, informieren wir die Eltern über unsere Arbeit und versuchen ihnen zu erklären, dass die Erstsprache ein Teil der Identität des Kindes ist. Dies bedeutet, sie zu motivieren, mit dem Kind seine eigene Sprache zu sprechen, die Sprache in der sie sich sicher fühlen.
Durch die Einführung der Elterntage, an denen wir die Eltern in unterschiedlichen Sprachen beraten und über die Arbeit mit den Kindern sprechen, versuchen wir sie für dieses Thema zu sensibilisieren und ihnen bei Bedarf mögliche Wege der Unterstützung zu zeigen und sie über Hilfsangebote zu informieren.
 
Öffentlichkeitsarbeit
 
Kontakte zu Presse und Rundfunk
Tag der offenen Tür
Aushänge
Flyer
Feste und Feiern
 
Laufende Evaluation und Projektsteuerung
 
Eine laufende Evaluation ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit den Eltern, sowie der Kooperation mit Kindergärten und Schulen, die anschließend von den Projektteilnehmern besucht werden. Hier wird laufend über das Projekt berichtet.
Es erscheint uns als eine reizvolle Aufgabe, die Entwicklung der von uns betreuten Kinder weiter zu verfolgen und insbesondere ihre Fortschritte mit den Kindern zu vergleichen, die keine derartigen Maßnahmen durchlaufen haben.
 
Projekt- und Qualitätsmanagement
 
Die Projektleitung trifft sich regelmäßig mit den eingesetzten Betreuerinnen, um die einzelnen Schritte zu planen und vorzubereiten. So wird über die Kinder und den Lernerfolg der Kinder diskutiert, die Methodik noch mal hinterfragt und gegebenenfalls den Erfordernissen angepasst.
 
Danijela Nesic, Pädagogin M.A.
 
München, Januar 2010 
 

 
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