Rahmenkonzept zur Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Alter von 3 bis 6 Jahren
Hilfe von Mensch zu Mensch berät, unterstützt und hilft Menschen, die Benachteiligung und Not erfahren – unabhängig von ihrer kulturellen oder religiösen Identität, unabhängig von Ihrem Alter und Geschlecht, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Zusammen mit sozial-und gemeinnützigen Institutionen und Einrichtungen schafft Hilfe von Mensch zu Mensch verlässliche und dauerhafte Netzwerke und Anlaufstellen, die individuell und weniger bürokratisch handeln können. Hilfe von Mensch zu Mensch zeigt Betroffenen, wie sie sich langfristig und dauerhaft aus eigener Kraft selbst helfen und gleichzeitig auch andere Betroffene unterstützen können. Oft sind es die kleinen Hilfen, die Menschen, die in Not geraten sind, neue Hoffnung, neuen Mut und eine neue Existenz ermöglichen. Von kleinen Kindern bis hin zu Erwachsenen bietet der Verein allumfassende Betreuung mit integrativen und sozialen Maßnahmen, die den betreffenden Personen Ihren Aufenthalt und ihr Zurechtfinden und Weiterkommen in Deutschland und gegebenenfalls in ihrer Heimat erleichtern.
Standort- und Bedarfsanalyse
Sprachliche Förderung der Kinder in den Notunterkünften mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 3 und 6 Jahren.
Räumlicher Wirkungsbereich
Die Sprachförderung findet zwei mal wöchentlich, jeweils 2 Stunden in der Pension Schöllstraße, Schöllstraße 2, 80999 München und in der benachbarten Pension statt.
Kursdauer:
01. März 2011 bis 29.Juli 2011
(zeitliche und räumliche Ausweitung des Projekts wird angestrebt)
- Rahmenbedingungen
1.1. Personelle und Räumliche Ausstattung
1.1.1. In der Einrichtung wird eine Praktikantin beschäftigt (die Praktikantin steht kurz vor dem Abschluss ihres Magisterstudienganges Ethnologie und Pädagogik und arbeitet bereits im Projekt „Schulvorbereitende Maßnahmen“ als Deutschfördererin).
1.1.2. Anfallende Reinigungsarbeiten werden als Eigenleistung erbracht.
1.1.4. Die Betreuung findet in den von Pensionen zur Verfügung gestellten Räumen statt. Der Verein stattet die Räume mit einigen Montessorimaterialien (z.B: Sinnesmaterial, Sprachmaterial etc), Büchern, Materialien zum Experimentieren, Anfassen, Betrachten, Gestalten und Verarbeiten aus. Weiterhin stehen Materialien zur Verfügung, die die Kinder selbst verarbeiten können (z.B: Farbe, Wolle, Filz und Papier, sowie Verkleidungssachen für Rollenspiele).
1.2. Aufnahmekriterien
1.2.1. Platzvergabe, Alter:
Wir nehmen Kinder zwischen 3 und 6 Lebensjahren bzw. Kinder, die noch nicht einen Kindergartenplatz erhalten haben.
1.2.2. Gruppenstärke
In einer Gruppe können insgesamt bis zu 10 Kindern gefördert werden.
1.2.3. Anmeldung:
Die Anmeldung findet in der Pension statt und wird durch die Sprachfördererin durchgeführt.
- Blickpunkt Kind
Unsere Aufgabe und Ziel ist die Sprache sehr bewusst in den Alltag einzubringen und die gesamte Arbeit für eine sprachliche Förderung zu nutzen. In unserem Kurs haben Kinder die Möglichkeit, sich in einem kindgerechten Umfeld zu entwickeln, indem sie andere Kinder erleben, miteinander spielen und forschen. Somit entwickeln sie Selbständigkeit, kognitive und soziale Kompetenzen und lernen deutsche Sprache auf eine altersgerechte, natürliche und spielerische Art und Wiese.
2.1. Pädagogische Leitziele
- Verbesserung der Deutschkenntnisse
- Stärkung und Förderung der individuellen, sozialen und interkulturellen Kompetenzen
- Förderung der Selbständigkeit
- Vorbereitung und Erleichterung des Schuleintrittes und somit
- Erhöhung der Chancengleichheit von Migrantenkindern
- Aufbau eines Grundwortschatzes
- Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft
2.2. Unser Angebot
Das Angebot besteht aus:
- verschiedenen Spielen (Memory, Puzzle, Lego usw.)
- Bilderbuchbetrachtung
- Malen
- Erzählen und Vorlesen
- Bewegungsspiele
- Rhythmisch-Musikalischer Erziehung
- Gesunde Ernährung
- Umwelterziehung
- Blickpunkt Eltern
3.1. Einbeziehung der Eltern in unsere Arbeit/ Bildungspartnerschaft mit den Eltern
Neben der Förderung der Kinder ist es uns ein großes Anliegen die Eltern in unsere Arbeit bzw. in die Förderung der Kinder, verstärkt einzubeziehen.
Vor dem Beginn des Projektes „Schulvorbereitende Maßnahmen“ organisiert und führt die Sprachfördererin in Begleitung der Dolmetscherin ein Elternabend durch. Die Eltern werden über das Projekt „Schulvorbereitende Maßnahmen“ informiert und können im Anschluss ihre Kinder für den Kurs verbindlich anmelden.
Einmal pro Monat organisiert und führt die Sprachfördererin ein Elterntreff durch (bei Bedarf in Begleitung einer Dolmetscherin). Sie informiert die Eltern über kindliche Spracherwerbprozesse und Möglichkeiten ihrer Umsetzung, führt Gespräche über das Schulsystem und beantwortet die Fragen der Eltern.
3.2. Elterngespräche
Wir haben in unserer Einrichtung qualifizierte Kräfte, die in der Regel selber einen Migrationshintergrund haben und sich auf Grund der eigenen Erfahrung mit den Eltern identifizieren können. Tür und Angelgespräche ermöglichen einen kontinuierlichen gegenseitigen Austausch – ohne großen Zeitaufwand. Den Müttern werden wichtige Informationen über die Entwicklung und die täglichen Aktivitäten des Kindes mitgeteilt. Mütter und Sprachfördererin sind Partner für die Arbeit mit den Kindern.
3.3. Elternbrief
Durch die Elternbriefe in unterschiedlichen Sprachen informieren wir die Eltern über unsere Arbeit und motivieren sie, die Kinder intensiv auf die Schule vorzubereiten.
3.4. Zweisprachige Literaturangebote, Verleih von zweisprachigen Kinderbüchern
Zweisprachige Literaturangebote und Verleih von zweisprachigen Kinderbüchern (Gebrüder Grimms Märchen- in Serbokroatisch und Deutsch, das Kinderbuch Raupe Nimmersatt in mehreren Sprachen etc.) sind ein Teil der Konzeption. Diese Bücher leihen sich die Eltern bei der Sprachfördererin aus und können den Kindern sie zu hause vorlesen oder anschauen. Des Weiteren finden Projekttage statt, bei denen Eltern die Möglichkeiten und die Benutzung der städtischen Bibliotheken erläutert werden.
