Verhaltensmuster und die Entwicklung einiger Kinder die sprachlich gefördert werden

Fatiha 2 ½ Jahre alt, Herkunftsland: Afghanistan integriert sich gut in die Gruppe hinein und sie ist ein liebenswertes und aufgeschlossenes Mädchen.
Fatiha ist das einzige Mädchen in der Familie. Sie hat drei Brüder. Dadurch merkt man, dass sie eine Kämpferin ist. Sie weiß sich zu wehren. Im Spiel mit einzelnen Kindern gibt sie das sehr oft zur Geltung. Sie macht auch gerne bei Gruppenspielen mit. Kreisspiele und das Tanzen bereiten ihr viel Spaß. Beim gemeinsamen Frühstück stellt sie sich noch etwas stur aber inzwischen klappt das auch immer besser. Bei Fatiha habe ich auch oft das Gefühl, dass sie vieles schon versteht was ich ihr sage oder was ich sie frage. Sie antwortet sehr oft auf ihrer Muttersprache. Mich nennt sie „Mama“; die Kinder „Schatzi“. Sie artikuliert sich meist auf Ihrer Muttersprache. Ab und zu spricht sie mir nach, höchstens aber zwei Wörter wie „ Nein Fatiha“. Übrigens das Lieblingswort von Fatiha ist „Nein“ und auf Fragesätze wie „Möchtest Du jetzt spielen oder essen?“ antwortet sie mit ja oder nein.
Wenn ich mich so äußere: „Wir waschen uns jetzt die Hände“, versteht sie dies und geht auch gleich zum Waschbecken vor. Bilderbücher schaut sie sich nur ungern an, weil sie das wahrscheinlich noch nicht so kennt und wenn überhaupt dann möchte sie es nur alleine angucken. Sie malt sehr gerne und spielt auch gerne mit der Knete. Das alles aber im Alleingang. Doch das letzte Mal als alle Kinder gemalt haben zeigte sie den anderen ihr Malwerk. Eine kunterbunte Zeichnung.

Amar2 Jahre alt; Herkunftsland: Marokko ist ein fröhlicher, lebendiger aber auch sehr lieber Junge, der sich schnell anpassen und eingewöhnen konnte. Mit anderen Kindern kam er im Großen und Ganzen gut zurecht. Im Spiel jedoch wird er von einer zur anderen Sekunde auf einmal zum Beißjäger. Selbst durch lange, intensive Gespräche mit den Eltern konnte keiner herausfinden, was der Grund für dieses Verhalten ist. Im sprachlichen machte Amar einen großen Sprung. Der Wortschatz in seiner Muttersprache Arabisch nahm zu und bei der Sprachförderung macht er immer gerne und gut mit. Er zeigt viel Selbstinitiative beim Nachsprechen einzelner Wörter wie z.B.:

- apel(Apfel)

- Auto

- Uhr (Aua)

- Mond (Mod)

- Beze (Brezel)

- Mich (Milch) u.s.w.

Er zeigt auch auf bestimmte Gegenstände wie die Schere z.B. und spricht dann scheje aus. Bei einem Konzentrationsspiel das immer aus zwei Teilen eines Puzzles besteht kann er die Trinkflasche zur Brotbox zuordnen. Die Eiswaffel zum Eis. Er kennt die blaue und rote Farbe. Er spricht die Kinder meist mit ihren Namen an.

Meinen Namen „Samira“ spricht er mit „amija“ aus. Er erzählt der Mama oft von „amija“.

Delina 2 ½ Jahre alt, Herkunftsland: Tansania. Als sie zu uns kam und bis vor kurzem war Andrea ein sehr schüchternes, zurückhaltendes und trauriges Mädchen.

Sie hatte Schwierigkeiten mit den anderen Kindern zu spielen. Inzwischen hat sich einiges getan. Sie blüht richtig auf. Der Kontakt zu gleichaltrigen und der Tagesablauf in der Einrichtung machten Delina zu einem fröhlichen, lebendigen und vor allem viel lachendem Wesen. Sie zeigt ihre Lebensfreude und spielt jetzt sehr gerne mit den anderen Kindern. Die Mutter erzählte uns, wenn sie mit Delina an der Einrichtung vorbei läuft möchte sie unbedingt zum „Kindergarten“, also zu uns in die Betreuung. Abends vor dem Schlafen gehen fragt sie die Mutter manchmal ob es denn morgen soweit ist, dass sie wieder zu den Kindern kann.

Anfangs konnte Delina noch nicht selbständig essen was sie inzwischen auch gelernt hat. Vor allem das Kauen fiel ihr schwer. Jetzt ist sie ihr Pausenbrot alleine. Bewegungsspiele wie das Tanzen im Kreis machen Delina auch eine Menge Spaß. Sie lacht dabei sehr viel. Mit der Mama spricht Delina auf ihrer Muttersprache. Wenn ich sie etwas frage nickt sie meist nur mit dem Kopf. Wenn ich eine Sonne, ein Haus, ein Stern oder ein bestimmtes Tier wie eine Katze oder einen Hund male und das Wort dann ausspreche wiederholt sie dies meist richtig. Ich lobe sie und sie freut sich dann sehr. Also ich habe das Gefühl das Lob überhaupt eine Motivation für die Kinder ist. Sie malt selber auch ein Kreis und erkennt diesen als Ball wieder. Ihre Lieblingsfarbe ist rot. Sobald sie einen roten Gegenstand sieht sagt sie sofort „ROT´“.

Marjana 2 Jahre alt ; Herkunftsland: Albanien. Anfangs hatte Marjana einige Schwierigkeiten in der Eingewöhnungszeit. Die Trennungsangst von der Mutter war sehr groß. Es hat einige Zeit gedauert bis Marjana bereit war am Tagesablauf teilzunehmen. Das spielen und teilen mit anderen Kindern stellte ein Problem dar. Vor allem hat sie den anderen Kindern das Spielzeug aus der Hand gerissen. Also sie wollte immer alles alleine besitzen. In diesen Situationen versuchten wir ihr zu erklären dass es viel mehr Spaß macht wenn wir alle gemeinsam spielen oder ein Buch lesen. Begeistert haben sie Gruppenspiele wie Tanzen, Fingerspiele und das Kneten. Es hat sich einiges seitdem verändert diesbezüglich. Sie zeigt immer mehr Bereitschaft im Umgang mit den anderen. Marjana spricht in ihrer Muttersprache: albanisch. Langsam versucht sie einige Wörter auf Deutsch nach zu sprechen. Wie z.B. Guten Morgen (morgen), später (später), danke, tschüss. Sie hat leider noch nicht sehr oft an der sprachlichen Förderung teilgenommen. Zur Zeit ist sie nicht in der Einrichtung da die Mutter schwanger ist und vorzeitige Wehen hat.

(aus datenschutzrechtlichen Gründen wurden die Namen der Kinder geändert)  


 

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