Betriebsausflug nach Miesbach und Schliersee

Miesbach war das erste Ziel unseres Betriebsausflugs am Freitag, den 5. Juli 2013. In der rund 11000 Einwohner zählenden oberbayerischen Kreisstadt unterhält unser Verein eine Asylsozialberatungsstelle für die dort mittlerweile 38 Asylbewerber. Ein Erlebnisbericht:

Miesbach war das erste Ziel unseres Betriebsausflugs am Freitag, den 5. Juli 2013. In der rund 11000 Einwohner zählenden oberbayerischen Kreisstadt unterhält unser Verein eine Asylsozialberatungsstelle für die dort mittlerweile 38 Asylbewerber. 

Asylberaterin Olga Denisov, Gerd Dirnberger, der als Privatperson Wanderungen für Asylbewerber organisiert, sowie die Integrationsbeauftragte und Kulturreferentin der Stadt Miesbach Inge Jooß empfingen uns am Bahnhof, führten uns durch Rathaus sowie Stadt und erzählten uns viel Wissenswertes über den Ort.

So bedeutet das „Mies“ im Namen nicht „schlecht“ oder „minderwertig“, sondern „Moos“, was im Stadtwappen durch den Bach verdeutlicht wird. Und wer wusste vorher, dass Miesbach im Jahr 1882 Ausgangspunkt der weltweit ersten Kraftstromübertragung nach München war? Mit der von Oskar von Miller und Marcel Deprez präsentierten Neuerung wurde gezeigt, dass elektrische Energie über große Distanzen übertragen werden kann.Berühmt ist auch die Miesbacher Tracht, die zum Synonym für die bayerische Tracht schlechthin wurde. Diese konnten wir auch in den Schaufenstern der traditionellen Trachtengeschäfte der Stadt bewundern. Wer also ein Dirndl oder einen Trachtenjanker zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis erwerben möchte, für den könnte es sich durchaus lohnen, hier einzukaufen.Der Ort ist außerdem ein wichtiges Zentrum der Viehzucht. Das Miesbacher Fleckvieh stammt ursprünglich aus der Schweiz. Von dort wurde die erste Herde Mitte des 19. Jahrhunderts zu Fuß (!) nach Miesbach getrieben. Highlight heute ist der Vieh- und Pferdemarkt, bei dem donnerstags Tiere in der Oberlandhalle versteigert werden.

Im Kulturzentrum Waitzinger Keller besichtigten wir den wunderschönen Jugendstil-Theatersaal und die Gewölbe im Keller, in denen früher Bier gelagert wurde und heute Partys oder Feste gefeiert werden.

Nach einer Kaffeepause in der malerischen Innenstadt ging die Fahrt weiter nach Schliersee, wo wir im Markus Wasmeier Freilichtmuseum nachverfolgen konnten, wie das Leben in einem altbayerischen Dorf aussah. So malerisch die alten Höfe mit den gemütlichen Zimmern, den wunderschönen Bauern- und Kräutergärten, Bienenkörben, einer Brauerei, Schnapsbrennerei sowie einer ehemaligen Schuster- und Schreinerwerkstatt auch aussehen – das Leben der Menschen damals war sehr hart, erzählte Gerd Dirnberger, der uns durch das Freilichtmuseum führte. Hunger sei für die körperlich 14 Stunden am Tag arbeitenden Bauern normal gewesen. Nur an Sonn- und Feiertagen hätten sie sich satt essen können. Der Verkauf von Schnaps habe es ihnen manchmal ermöglicht, etwas dazuverdienen.

Dirnberger wusste auch von der Herkunft mancher Redewendungen zu berichten, die ihren Ursprung im bäuerlichen Leben haben. „Den Löffel abgeben“ komme z.B. daher, dass jeder sein Leben lang denselben Löffel (aus Holz) benutzt habe. Erst nach seinem Tod wurde er „abgegeben“. „Etwas aus die hohe Kante legen“ stamme von der Gewohnheit der Bauern, ihr Geld auf das Dach des Bettes zu legen. Dächer hatten die Betten, um Staub, der immer wieder von der Decke rieselte, von der Schlafstätte fernzuhalten.

Zwischen glücklichen freilaufenden Hühnern und ihrem stolzen Hahn saßen wir schließlich bei Holunderschorle, Museumsbier und bayerischen Schmankerln im Museums-Biergarten und genossen das Landleben von seiner schönsten Seite. Wer Lust hatte, konnte sich im Museumsladen frisches Holzofenbrot, Holunderblütensirup oder Kräutersalz oder andere selbst gemachte kulinarische Spezialitäten kaufen.

Nach der Stärkung ging’s zu Fuß an und um den von Bergen umrahmten Schliersee. Viele wären sicher gerne noch länger hier geblieben, um zu baden oder nur im Gras am Ufer zu liegen. Leider war die Zeit knapp und wir mussten uns beeilen, um die BOB nach München zu erreichen. Schön war’s!