Der Weg nach Serbien versperrt: Flüchtlingslager an der Grenze

Bild: Hoffnungsträgerin: eine ehrenamtliche Hebamme mit 10 Tage altem Baby

Sadija Klepo, unsere Geschäftsführerin, hält sich derzeit an der mazedonisch-serbischen Grenze bei der Ortschaft Tabanovce auf. Hier wurde nach der Schließung der Grenzen auf der Balkanroute ein Flüchtlingslager eingerichtet. Bis vor einem Monat wohnten in Containern mit unzureichendem Brandschutz und in improvisierten Zelten über 1.400 Flüchtlinge.

Inzwischen halten sich dort 150 Menschen aus Syrien und Afghanistan auf, darunter viele Mütter mit kleinen Kindern und Jugendliche: Erschöpfte und verzweifelte Menschen, von denen einige die Hölle von Aleppo überlebt haben und beinahe 180 Kilometer zu Fuß gegangen sind. Nun können sie nicht weiter, weil die Grenze nach Serbien geschlossen ist.

In das Lager kommt nur, wer eine Genehmigung des mazedonischen Sozialministeriums hat.
Es ist direkt neben der Bahnlinie, mit Stacheldraht umgeben und steht unter ständiger Polizeibewachung. Das Mazedonische Rote Kreuz kümmert sich um Ordnung im Lager und um die Mahlzeiten. Leider sind diese oft unverhältnismäßig teuer.

Lichtblick ist der Verein Legis. Er organisiert verschiedene Aktivitäten wie Sport, Englischunterricht und Kinoabende für die Kinder. Legis – Hope for the Refugio wurde 2009 gegründet: Hunderte von ehrenamtlichen Helfern, vor allem junge Leute aus Mazedonien und Albanien, engagieren sich für die Flüchtlinge. Weitere, internationale Organisationen sieht man nicht vor Ort.

Zur Übergangsunterkunft Gazi Baba in Skopje erhält man derzeit keinen Zutritt. Dort werden Flüchtlinge bis zu fünf Monaten aufgehalten. Sie müssen gegen die Schlepper aussagen.

Ein ganz neues Lager musste eingerichtet werden, weil die Einwohner der Stadt Gevgelija sich im August vergangenen Jahres über die sozialen Netzwerke organisieren wollten, um die Flüchtlinge mit Steinen zu bewerfen. Die Polizei konnte diese schreckliche Aktion verhindern, die Flüchtlinge sind bis heute im Lager eingesperrt.

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