Mehrmenschenmeermenschen – eine einmalige Tanz- und Musikperformance

Ist es Zufall, dass die einen in sicherer Umgebung aufgewachsen sind, während die anderen unter lebensgefährlichen Bedingungen ihre Heimat verlassen mussten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Tanztheater- und Musikperfomance Mehrmenschenmeermenschen im Rahmen des Festivals Rampenlichter in München. Die Aufführung am 29. Juli im Kreativquartier in der Dachauerstraße ist komplett ausgebucht. Die jungen Menschen, die hier heute auf der Bühne stehen, gehören hauptsächlich zu denen, die nicht das Glück hatten in einer friedvollen Umgebung aufzuwachsen. Das gesprochene Wort ist nicht wichtig an diesem Abend, was allen gemeinsam ist, ist die Sprache der Körper, die Ausdruckskraft der Bewegung, des Tanzes. Die Leidenschaft der Jugendlichen ist dabei jeden Augenblick spürbar, jeder scheint seine Persönlichkeit, seine ganz eigene Geschichte einzubringen.

Amina Sarullo, Projektleiterin von Hilfe von Mensch zu Mensch ist begeistert: „Dieses Projekt war von Anfang an eine einmalige Sache. Wir hatten eine unglaubliche Harmonie, die Jugendlichen haben so wunderbar zusammengepasst, als hätten wir jeden einzelnen von ihnen gecastet. Daraus ist eine ganz besondere Energie entstanden, die bei der Aufführung jeder spüren konnte.“

Viele Wochen haben sie für diesen Moment auf der Bühne geübt. Seit April trafen sich alle zwei Wochen bis zu acht junge unbegleitete Flüchtlinge aus dem Projekt K.O.M.M. mit!, eine schulanaloge Maßnahme des Vereins Hilfe von Mensch zu Mensch, mit sieben Schülerinnen und zwei Schülern aus dem Culture Clouds Projekt, ein Ganztagesbildungsprojekt von Spielen in der Stadt e.V. mit der Balthasar-Neumann-Realschule. Die Kunst- und Musikpädagogen Dorothee Janssen und Erich Mayer leiteten die Jugendlichen an und standen ihnen das ganze Projekt über mit Rat und Tat zur Seite. Amina Sarullo und Sandra Göhl, Hilfe von Mensch zu Mensch e.V., Christine Hinze, Lehrerin an der Balthasar-Neumann-Schule und Elisabeth Hagl, Geschäftsführerin bei Spielen in der Stadt e.V., übernahmen die Koordination dieses Artists-in-Residence-Projekts.

Gefördert wurde das Projekt außerdem vom Fonds Soziokultur, Rampenlichter und mit einer Spende von MAN Truck für die Unterstützung von Flüchtlingen. Die Mühen und das Engagement aller Beteiligten haben sich voll und ganz gelohnt. Es gibt wohl kaum jemanden an diesem Abend, den die Performance ungerührt zurücklässt.

Foto oben: Erich Mayer, Foto unten: Sandra Göhl