Vortrag zum 50 Jahre der Gastarbeiter aus Jugoslawien und heutige Migration aus dem Balkanraum

In der Folge des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und Jugoslawien kamen seit 1968 tausende Personen als Arbeitskräfte nach München und in alle andere Teilen Bundesrepublik. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum diesen Jubiläum, die von der Landeshauptstadt München unterstützt und koordiniert wurde, hielt unser Gast aus Berlin Bosliljka Schedlich einen Vortrag zum Thema 50 Jahre der Gastarbeiter aus Jugoslawien und heutige Migration aus dem Balkanraum. 

„Die kulturellen Unterschiede damals zwischen uns und den Deutschen waren riesig groß.“ – berichtete Bosiljka Schedlich, die als Achtzehnjährige nach Deutschland kam, um das Geld für ihr Studium zu verdienen. Frau Schedlich ist heute nach 50 Jahre eine geschätzte Persönlichkeit. Sie gründete 1991 den Verein Südost Europa Kultur e.V. in Berlin. Seitdem erhielten etwa 30.000 Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien soziale und psychosoziale Beratung und Therapie. Bosiljka leitete Therapiegruppen für vom Krieg Traumatisierte und wurde bald zur Traumaexpertin.

Frau Schedlich hat den Besuchern/innen viele Anekdoten und Geschichten über die ersten Jahre in Deutschland erzählt. Sie hatte in Kroatien ihre Abitur abgeschlossen, hat sofort begonnen deutsche Sprache zu lernen und bekam dadurch bessere Arbeit. Später könnte sie studieren, aber sie hatte lange Zeit Schuldgefühle, weil andere Frauen blieben in ihren Fabrikhallen und bekamen einen niedrigen Lohn.

Während der Diskussion könnte man feststellen, dass die jungen Leute heute wieder die Balkanländer verlassen und hier versuchen ein neues Leben zu gestalten. Es gibt in München und Umgebung kaum freie Wohnungen. Die Wohnungsnot macht besonders den  Zuwanderern zu schaffen und dazu noch steigen dramatisch  die Mieten, während die Löhne nicht die Kosten in einer Großstadt wie München decken können. 

Aus der Diskussion ist allen im Saal  klar geworden, dass sowohl für die Politik und für die Behörden, als auch für die sozialen Träger eine große Handlungsbedarf bei dieser neuen Entwicklung besteht.