Warum frühkindliche Sprachförderung so wichtig ist?

Warum frühkindliche Sprachförderung so wichtig ist?

Weil das menschliche Gehirn nach dem neunten Lebensjahr für eine neue Sprache ein neues Netzwerk aufbauen muss, während zu einem früheren Zeitpunkt für Mutter- und Fremdsprache das gleiche Netzwerk genutzt werden kann. Die frühkindliche Sprachförderung von Flüchtlings-und Migrantenkindern ist daher umso wichtiger und wie diese aussehen kann, zeigen die Sonnila-Krippen von Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. 

Bereits bei einer Fachtagung zur frühkindlichen Sprachförderung im Juni 2013, die Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. mit Unterstützung des Kulturreferates der Landeshauptstadt München veranstaltete und von hochkarätigen Referenten aus Wissenschaft, Politik und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit mitgestaltete wurde, kristallisierte sich eines heraus: Die frühkindliche Sprachförderung ist äußerst wichtig. Zum einen weil es eine natürliche Mehrsprachigkeit im Alter von bis zu neun Jahren gibt, und zum anderen weil spätere schulische Erfolge stark von der sozialen Herkunft abhängig sind und Sprachkenntnisse dabei eine zentrale Rolle spielen. Angesichts dessen, dass ein Großteil der Neu-Münchner nicht aus dem deutschen Sprachraum kommt, gilt es daher mit der frühkindlichen Sprachförderung den Weg für eine gelingende Integration von Flüchtlingen und Migranten in die Aufnahmegesellschaft zu ebnen. 
Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. erkannte diese Herausforderung schon vor fast zehn Jahren und entwickelte das Sonnila-Konzept zur frühkindlichen Sprachförderung. „Sonnila“ heißt eine dem Sonnenkranz nachgebildete Puppe, über die Kleinkinder spielerisch Deutsch lernen. So überwinden sie Ängste und finden sich leichter in die neue Kultur und Sprache ein. Auf Basis des Sonnila-Konzepts errichtete der Verein schließlich die Sonnila-Krippen, die Kinder unter drei Jahren sprachlich fördern, während ihre Eltern Deutsch- und Integrationskurse besuchen. Die Erzieher sprechen in Gegenwart von Babys und Kleinkindern, auch wenn diese die Worte noch nicht verstehen, sie achten auf die Aussprache, artikulieren deutlich, praktizieren Bewegungslieder und vieles mehr. In Anerkennung ihrer Leistung sind die Sonnila-Krippen mittlerweile auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Konsultationskita qualifizie?t. Die Aufgabenstellung der Sonnila-Krippen ist dabei ganz klar: Die Kleinsten der Gesellschaft transparent auf den erfolgreichen Start in Kindergarten und Schule vorzubereiten und damit größtmögliche Chancengleichheit aller Kinder zu erreichen.

(Quellen: Fachtagung zur frühkindlichen Sprachförderung am 25.06.2013 im Gasteig München und Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. (Sonnila-Krippen), Stand 02.09.2015)

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