Hilfe für Helfer

Seit bereits vier Jahren war unser Team Teil der Umsetzung des Projekts zur „Förderung des ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge“. Zu Beginn der Flüchtlingskrise, als es kaum ein Angebot für Ehrenamtliche gab, organisierten wir im Rahmen des Ehrenamtsprojekts das allererste Ehrenamtssymposium in den Landkreisen südlich von München. Neben mehr als 120 Teilnehmer*innen, zumeist ehrenamtliche Helfer*innen, Geflüchtete und hauptamtliche Integrationsberater*innen, nahm damals sogar der heutige Generalsekretär der CSU, Markus Blume, teil und stellte sich den Fragen der Engagierten. Auch fanden verschiedene Workshops zu brennenden Themen für die ehrenamtlichen Unterstützer*innen statt.

Aufbauend auf dem großen Erfolg des ersten Projektjahres, organisierte unser Projektteam in den darauffolgenden drei Jahren durch die Projektförderung der Bundesregierung weitere Ehrenamtssymposien in den Landkreisen südlich von München. Jedes Jahr haben wir dazu im Dialog mit den Ehrenamtlichen aktuelle Herausforderungen der Integrationsarbeit ausfindig gemacht und sie bei den Projektveranstaltungen aufgearbeitet. Die alljährlich stattfindenden Symposien haben sich besonders in den letzten zwei Jahren zu einem wichtigen Instrument entwickelt, um den Ehrenamtlichen die Wertschätzung für ihre wichtige Arbeit und ihnen damit eine neue Motivation für ihr Engagement zu geben. Denn gleichzeitig stellte sich heraus, dass die hauptamtlichen Integrationsberater*innen auf die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer*innen angewiesen sind, da sie unmöglich allen Einzelfällen bei Betreuungsquoten von einer Beratungskraft auf mehr als 200 Geflüchtete die nötige Aufmerksamkeit geben konnten. Die Integrationsarbeit kann nur gelingen durch eine funktionale Vernetzung zwischen hauptamtlichen Integrationsberater*innen, ehrenamtlichen Helfer*innen und aufgeschlossenen öffentlichen Behörden.

Neben diesem Element waren unsere Ehrenamtsveranstaltungen stets ein Anlass für ein gesellschaftliches Zusammenkommen in den ländlichen Gebieten des bayrischen Oberlandes. Mit lokalen Musikgruppen, internationalen Speisen und einem interkulturellen Austausch wurde das Zusammenleben in der lokalen Gemeinschaft aktiv gefördert. Dies wirkte präventiv gegen das Auftreten von Rassismus und sonstigen gesellschaftlichen Ressentiments.

Da wir als Träger der Flüchtlings- und Integrationsberatung vor allem in den ländlich geprägten Landkreisen des bayrischen Oberlandes auf die mittragenden Hände der Helferkreise angewiesen sind, werden wir unsere Zusammenarbeit mit ihnen unter allen Umständen fortsetzen und uns für den Erhalt des ehrenamtlichen Engagements einsetzen. Allerdings treten wir ohne die Projektförderung der Bundesregierung vor die große Herausforderung, ein zusätzliches Angebot für die Ehrenamtlichen bereitzustellen, um ihnen die nötige Motivation und wichtige Wertschätzung für ihr unentbehrliches Engagement zu geben. Umso mehr zeigen wir uns genauso wie andere betroffene Mitglieder des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes enttäuscht, dass der Projektentwurf des Paritätischen Gesamtverbandes als „weniger förderungswürdig“ ohne jegliche Möglichkeit für eine Stellungnahme von der zuständigen Stelle der Bundesregierung abgetan wurde. Auf den folgenden Links finden Sie hierzu eine Sonderausgabe des Paritätischen sowie die Projektdokumentation der vergangenen Jahre:

Sonderausgabe von „Der Paritätische“
Symposium Grünwald (9. Mai 2017)
Symposium Starnberg (8. Dezember 2017)
Symposium Miesbach (4. Mai 2018)
Symposium Penzberg (17. Oktober 2019)

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