Abgeschlossene Projekte

2011

Hier seid Ihr willkommen

Das Projekt “Hier seid Ihr willkommen“ war ein ganzheitliches Konzept zur sozialen Orientierung für Migrantenfamilien mit Kindern.

Mit dem Projekt “Hier seid Ihr willkommen“ wollten wir 2011 die Isolation der neu nach München zugewanderten Migrantenfamilien mit Kindern brechen und alle Familienmitglieder zu aktiver Teilhabe an der Gesellschaft durch bildungs-, orientierungs- und berufsbezogene Maßnahmen befähigen. Das Projekt schöpfte die Potenziale des vielfältigen Projektangebots des Vereins aus.

Zielgruppe

Unsere Projektteilnehmer waren nicht-alphabetisierte Mütter, überforderte und überarbeitete oder arbeitslose Väter, orientierungslose Eltern, deren ältere Kinder auf die Schulen in der ganzen Stadt verteilt waren und deren Vorschulkinder keinen Kindergartenplatz bekamen. Wegen fehlender Wohnmöglichkeiten waren diese Familien in den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt München untergebracht. Vor allem Migrantenfamilien mit vielen Kindern bleiben Jahre lang in diesen Heimen. Für diese Kinder gibt es keine Kinderkrippen und keinen Kindergarten. Sie werden sogar von der Schule wegen mangelnden Sprachkenntnissen zurückgestuft. Im Vergleich zu ihren deutschen Schulkameraden sind sie so enorm sozial- und bildungsbenachteiligt. Langfristig zeigt sich das in mangelhafter Schulleistung, Schulabgängen und störendem Verhalten sowie fehlender Verantwortung für ihr eigenes Leben.

Standorte

Wir betreuten 20 Familien: Kinder, Mütter und Väter in der Notunterkunft Meglingerstr. am Stadtrand von München, 15 Familien in der Erstaufnahmestelle in der Baierbrunner Str. in München und 25 Familien in der Gemeinschaftsunterkunft in Miesbach bei München.

Unser Angebot für die Migrantenfamilien

Wir unterstützten die Familien ganzheitlich in unseren erweiterten und anknüpfenden Projekten: Sprachförderung für die Vorschulkinder, Hausaufgabenbetreuung für die Schulkinder, Freizeitgestaltung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), Asylsozialberatung, Wohnungssuche, Arbeitssuche für die Eltern, Erstellung von Profilpässen, Mentoring-Programm für Jugendliche, Sprachkurse für die Mütter, Integrationskurse mit Kinderbetreuung für Väter und Mütter oder Sprachkurse für Mütter vor Ort in der Gemeinschaftsunterkunft, wenn deren Kinder nirgendwo untergebracht werden konnten und sie deswegen keine Integrationskurse besuchen konnten.

Chancen für eine Zukunft in der Heimat

Projekt „Chancen für eine Zukunft in der Heimat“

In den letzten Jahren hat der Zustrom von vorwiegend jugendlichen Flüchtlingen aus dem Irak und anderen Krisengebieten Asiens und Afrikas zugenommen, so dass sich die Zahl der Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften erhöht hat. Für viele dieser Menschen besteht wenig Aussicht, dauerhaft in unser Staats- und Gesellschaftssystem integriert zu werden. Es ist deshalb wichtig, von Anfang an Maßnahmen zu ergreifen, die eine humane Rückkehr vorbereiten und ermöglichen.

Das Projekt war im Raum München und Oberbayern angesiedelt und arbeitete eng zusammen mit den dortigen Gemeinschaftsunterkünften sowie mit den dafür zuständigen Behörden. Um interessierte Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland aufnehmen zu können, arbeiteten wir daran, das Projekt bundesweit zu erweitern.

Der erste Schritt war eine zielgerichtete Beratungs- und Betreuungsarbeit, um die individuellen Probleme, Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmer kennen zu lernen, damit eine Einschätzung für die jeweiligen Erfordernisse getroffen werden konnte.

Die nächste Aufgabe war es, mit unseren Partnerorganisationen, der Bildungsagentur Fürstenfeld und der A4e, für die einzelnen Personen ein Ausbildungsprogramm mit berufsbezogener Information und Befähigung zu entwickeln, das entweder bestehende Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefte oder neue entwickelte. Sie sollten dabei helfen, sich in der veränderten heimatlichen Umwelt wieder einzugliedern. Wesentlich war dafür auch die Aneignung grundlegender Sprachkenntnisse und IT-Fähigkeiten, die heute für einen beruflichen Neuanfang unerlässlich sind.

Beide Ziele wurden ergänzt durch intensive Kontakte in die Heimatländer, wobei sich das Projekt vor allem auf den Nordirak konzentrierte, weil der Verein dorthin bereits gute Kontakte hat und dort Aufgeschlossenheit gegenüber einem derartigen Rückkehrprojekt signalisiert wurde. Entscheidend war jedoch parallel zur Arbeit mit den Betroffenen hier der Aufbau einer regionalen “Aufnahmestruktur” dort, die die Rückkehrer aufnahm, betreute und in die dortige Gesellschaft reintegrierte.

2015

Kleinkinder integrieren

Flüchtlingskinder im Vorschulalter fördern

Flüchtlingskinder im Vorschulalter haben normalerweise nicht die Chance, sich ausreichend auf die Schule einzustellen oder gar vorzubereiten. Der Kindergarten ist dafür unzureichend. Damit die jungen Neuankömmlinge die Chance haben sich einzugewöhnen, hat unsere Hilfsorganisation im Herbst 2015 das Projekt „Ankommen im Märchenland“ ins Leben gerufen. Es schließt eine Lücke im deutschen Erziehungs- und Bildungssystem, indem es Kleinkindern ihr Eingewöhnen im neuen Land erleichtert.

Das Projekt bietet Flüchtlingskindern im Vorschulalter unterschiedliche Aktivitäten, die ihre Sozialisation fördern: Zum Beispiel kochen und essen die Kinder gemeinsam. Während Gerichte aus aller Welt gekocht werden, erfahren sie die Geschichten und die kulturelle Vielfalt der Speisen. Spielerisch bewegen sie sich dabei im Rahmen der eigenen Kultur und lernen gleichzeitig die neue Kultur kennen.

Eine weitere Aktivität legt einen Schwerpunkt auf die Sprachentwicklung. Die jungen Flüchtlinge hören Geschichten und Märchen auf Deutsch. Sie werden in die Geschichten eingebunden, müssen aber die Sprache nicht beherrschen, um sie zu verstehen. Das Ziel: durch Zuhören und anschließende kleine Aufgaben (bildnerische Assoziationen und Clustering einfacher Textaufgaben, Nachbasteln und Nachmalen des Gehörten und Gesehenen usw.) lernen die Kleinen Begriffe der deutschen Sprache kennen und sie zu benutzen.

Um die Kinder an das Projekt zu gewöhnen, sind die Eltern zunächst dabei. Ist das Vertrauen aufgebaut, werden die Flüchtlingskinder ausschließlich von Projektmitarbeitern betreut.

2010

Schulvorbereitende Maßnahmen

Neue Chance für Migrantenkinder an Grund- und Hauptschulen

Mit dem Projekt „Schulvorbereitende Maßnahmen“ wollten wir ab Frühjahr 2010 die Isolation und Bildungsdistanz der neu nach München zugewanderten Migrantenkinder brechen und sie zu aktiver Teilhabe an der Gesellschaft durch bildungs-, orientierungs- und kunstbezogene Maßnahmen befähigen.

Flyer Danksagung Bildungsstiftung SVM Projektbericht Albert Schweitzer Hauptschule Projektbericht Grundschule Schwanthalerstrasse

Vorintegration

Vorintegration für Aufenthalt suchende Personen in Herkunftsländern

Zuwanderer kommen aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland, das Bedürfnis nach Integration ist aber allen gemein. Eine gelingende Integration zu ermöglichen ist leichter, wenn die ersten Schritte schon im Herkunftsland stattfinden. Die Basis der Integration ist die Sprache. Neben der gemeinsamen Sprache ist soziale und gesellschaftliche Integration auch ein wesentlicher Bestandteil für ein Zusammenleben.

Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. ist selbst ein von Flüchtlingen gegründeter Verein und blickt bereits auf rund 20 Jahre Integrationsarbeit hier in Deutschland. Durch diese Erfahrung ist für uns die Bedeutung und das Bedürfnis zur Vorabinformation und Vorintegration immer deutlicher geworden. Deswegen zielt unser Verein darauf, die Aktivitäten der Integration in den sprachlichen, gesellschaftlichen und sozialen Bereichen zu bündeln – und das vor der Einreise nach Deutschland.

Das Projekt umfasst zwei Länder, die nicht Teil der Europäischen Union sind, in denen die Nachfrage aber am größten war. So wurden Beratung sowie Deutschkurse in Albanien und Mazedonien angeboten. Wir arbeiteten dabei eng mit unseren Partnerorganisationen vor Ort zusammen:

Sitz in Albanien:
Vizion O.J.F.
Rr. Medar Shtylla PII.4 Hawai
Tirane

Kontakt:
Suela Kocibellinj
Tel.: 0035544502071
Mobil: 00355672055086
vizion_ojf@yahoo.com

Sitz in Mazedonien:
Partnerorganisation in Tetovo:
Zentrum für Erziehung und Entwicklung
1224 Tetovo Mazedonien

Vorsitzender: Metin Muharemi
Kontakperson ist weiterhin Herr Ramadan Abdulai
Tel.: 0038970 306 871
www.ced.org.mk

Partnerorganisation in Štip:
Gesellschaft für Mazedonisch-Deutsche Freundschaft und Zusammenarbeit Štip
ul. Toso Arsov br. 64
2000 Štip Mazedonien

Flüchtlingskinder im Vorschulalter fördern

Flüchtlingskinder im Vorschulalter haben normalerweise nicht die Chance, sich ausreichend auf die Schule einzustellen oder gar vorzubereiten. Der Kindergarten ist dafür unzureichend. Damit die jungen Neuankömmlinge die Chance haben sich einzugewöhnen, hat unsere Hilfsorganisation im Herbst 2015 das Projekt „Ankommen im Märchenland“ ins Leben gerufen. Es schließt eine Lücke im deutschen Erziehungs- und Bildungssystem, indem es Kleinkindern ihr Eingewöhnen im neuen Land erleichtert.

Das Projekt bietet Flüchtlingskindern im Vorschulalter unterschiedliche Aktivitäten, die ihre Sozialisation fördern: Zum Beispiel kochen und essen die Kinder gemeinsam. Während Gerichte aus aller Welt gekocht werden, erfahren sie die Geschichten und die kulturelle Vielfalt der Speisen. Spielerisch bewegen sie sich dabei im Rahmen der eigenen Kultur und lernen gleichzeitig die neue Kultur kennen.

Eine weitere Aktivität legt einen Schwerpunkt auf die Sprachentwicklung. Die jungen Flüchtlinge hören Geschichten und Märchen auf Deutsch. Sie werden in die Geschichten eingebunden, müssen aber die Sprache nicht beherrschen, um sie zu verstehen. Das Ziel: durch Zuhören und anschließende kleine Aufgaben (bildnerische Assoziationen und Clustering einfacher Textaufgaben, Nachbasteln und Nachmalen des Gehörten und Gesehenen usw.) lernen die Kleinen Begriffe der deutschen Sprache kennen und sie zu benutzen.

Um die Kinder an das Projekt zu gewöhnen, sind die Eltern zunächst dabei. Ist das Vertrauen aufgebaut, werden die Flüchtlingskinder ausschließlich von Projektmitarbeitern betreut.

Teilbetreutes Wohnen für junge Flüchtlinge

Teilbetreutes Wohnen für unbegleitete, minderjährige Flüchtlingsmädchen bietet das Haus Birgitta in Tutzing am Starnberger See. Die Einrichtung ermöglicht es den Jugendlichen, die durch Flucht und traumatische Erlebnisse in ihrem Herkunftsland psychisch belastet sind, das Erlebte zu bewältigen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Derzeit haben hier fünf Flüchtlingsmädchen eine neue Heimat gefunden. Sie werden von einem Team aus Pädagoginnen und Therapeutinnen unterstützt. Für Notfälle steht das Personal rund um die Uhr telefonisch zur Verfügung.

Der tägliche Rhythmus des Zusammenlebens und die diversen Aufgaben, die die Mädchen selbstständig erledigen, geben ihnen Struktur und Stabilität. Das Zusammenleben hat außerdem familiären Charakter, in den sie sich eingebunden fühlen und einbringen sollen.

Betrieben wird die Wohngemeinschaft in engem Kontakt mit dem Jugendamt Starnberg. Seine Erziehungsziele werden in Zusammenarbeit mit Vormündern, Jugendämtern, Schulen, den Missions-Benediktinerinnen-Schwestern, auf deren Gelände das Haus betrieben wird, und vielen anderen kompetenten Unterstützern umgesetzt.

Bei der Realisierung des Projekts wurde Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. außerdem tatkräftig vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, vom Stadtjugendamt München und dem angegliederten Münchner Heim für Inobhutnahme sowie dem Landratsamt Starnberg unterstützt.

2013

Brücke zwischen den Welten

Ein Projekt unseres Vereins vom 15. Januar bis 23. April 2013, in Kooperation mit Radio LORA München auf 92.4, gefördert durch die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung

Jugendliche aus Afghanistan, dem Irak, Somalia und Vietnam kreierten mit großem Engagement und Spaß in einem professionellen Studio ein musikalisches Hörspiel, in dem sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen in der Heimat und Deutschland einbrachten. Am 23. April 2013 wurde es von „LORA München“ live gesendet.

Thema des Projekts „Brücke zwischen den Welten“ war die Frage, was Heimat und Deutschland trennt oder verbindet: „Ist das, was ich vermisse, tatsächlich etwas, was ich in meiner Heimat zurückgelassen habe, oder doch etwas, was ich mitgenommen habe, was in mir schlummert, mich begleitet, ich aber noch nicht entdecken konnte?“

Zwischen Vergangenheit (Heimat) und Gegenwart und Zukunft (Aufnahmeland) sollte eine Brücke gebaut sowie traumatisierende Erfahrungen von Flucht und Gewalt musikalisch verarbeitet werden.Musikalische Vorkenntnisse spielten dabei keine Rolle. Im Vordergrund standen das Interesse und die Freude am Entwickeln einer musikalischen Reise und die Bereitschaft, ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen einzubringen.

In Gesprächen und Interviews erarbeiteten die zwölf Jugendlichen zunächst zusammen mit einem Musikpädagogen und einem Autor die Geschichte, die sie wiedergeben wollten. Gleichzeitig sammelten sie Ideen für deren musikalische Untermalung.

Dabei handelt es sich nicht um eine klassisch strukturierte und dargestellte Erzählung, sondern eher um eine Collage, eine Aneinanderreihung spontaner Einfälle, die die Züge eines Brainstormings annimmt. Das Ganze soll von der Atmosphäre, der Stimmung leben. Daher wurden einzelne Wörter, Sätze und Melodien aus den jeweiligen Muttersprachen und Kulturen der Jugendlichen eingeflochten, um ihre Wurzeln und frühere Heimat spürbarer zu machen. Typische Geräusche aus Deutschland verschmelzen im Laufe des Hörspiels mit denen aus dem Heimatland.
Mit verschiedenen Aufnahmemethoden, Instrumenten und Stimmen fingen die Jugendlichen in Gruppenarbeit, Atmosphäre und Szenen ihres Alltags ein.

Im Studio von Radio „LORA München“ wurde das musikalische Hörspiel schließlich mithilfe eines Tontechnikers aufgenommen und geschnitten.

Hierbei gewannen die Jugendlichen Einblick in die Radiotechnik, erfuhren, wie mit Musikinstrumenten und Ton-Equipment gearbeitet wird, wie eine Radiosendung funktioniert bzw. ein Hörspiel produziert wird.